Sardinien Teil 3

Abenteuerliche Frischwassersuche und Pannenhelfer in den Sanddünen

Zusammengepackt ging es wieder weiter südwärts. Unser nächstes Ziel war die abseitsgelegene Bergquelle um unsere Wassertanks wieder zu füllen. Vorbei an alten Kohlminen führte ein anspruchsvoller Offroadweg hoch zur Bergquelle. Tiefhängende, dicke Äste versperrten uns den Weg und Benny musste mehr als einmal auf den Unimog klettern, um die betreffenden Äste mit der Handsäge zu kürzen. Auf dem schmalen Weg, rechts von einer Mauer und links von einem Abhang begrenzt, schlängelte und schaukelte sich der Unimog hinauf. Nach einer 3/4 Stunde erreichten wir die Endstation „Dispensa Muros“ mit der Bergquelle zur rechten Hand. Ein kleines Rinnsal lief aus den Quellleitungen, was die Wasseraufnahme zur 2-Stunden-Aufgabe machte.

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Nach der langwierigen Auffüllung fuhren wir zur großen Wanderdüne Dune di Piscinas d’Ingurtosu an der Costa Verde. Die Anfahrtsstraßen waren für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen begrenzt. Schlecht für uns mit mindestens 7,5 Tonnen. Probieren geht über Studieren, also Weiterfahren und mal schauen wie weit wir kommen. An einer ehemaligen industriellen Hochburg mit verfallenen Minenstollen und Gebäuden vorbei, zeichnete sich der Weg durch größere Erdrutsche ab. Uns war nun auch klar weshalb die 3,5 Tonnen. Immer weit links geblieben und zum Glück ohne Gegenverkehr schwankten wir uns durch große Schlaglöcher hinab zu den Dünen.

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Endlich angekommen am Spaggia Piscinas und der großen Dünenlandschaft, mit ihren goldgelb leuchtenden Sandbergen, lernten wir Emilia mit Lovis und Gesche mit ihrem T3 Bus kennen. Ein lustiger Abend bei Vino folgte und der kleine Lovis erhielt die erste Fahrstunde im Unimog.

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Am nächsten Morgen kamen auch endlich unsere Sandbleche und die Schaufel zum Einsatz. Ein deutscher Camper hatte sich mitten auf einer Sanddüne festgesetzt und konnte nicht mehr vor oder zurück. Nachdem wir als Pannenhelfer erfolgreich waren, und die Bergung nach 1-2 Stunden freischaufeln endete, lernten wir im laufenden Tag die Münchner Wiebke und Björn mit ihrer kleinen Tochter besser kennen. Ein lustiger Tag in den Dünen mit gemeinsamen Essen und Sonnenbad folgte.

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Tags darauf erkundeten wir die Dünenlandschaft. Oben angekommen hatte man einen wunderbaren Blick über die Weite und es war ein Genuss, das grenzenlos scheinende Sandmeer zu betrachten.

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Aufgrund eines Autorennens mussten wir, am Tag der Abreise, einen ca. 2 Stunden langen Umweg auf uns nehmen. Der Umweg über Portu Maga hatte aber auch seinen Reiz. Um die kleinen Bergstraßen des Monte Maiori mit atemberaubender Bergkulisse zu befahren müssen zwei kleine Flüsse durchquert werden. Gegen Abend erreichten wir den Ort Buggeru und hielten für die Nacht an einem Kies-Stellplatz. Dort wurde Benny in die Angelweisheiten bei einem Glas Whiskey von unserem Nachbarn Phil eingeführt.

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Die kleine vorgelagerte Insel Sant‘ Antioco zu besichtigen stand als nächstes auf unserem Plan. Da sich Ostern schon näherte waren sehr viele Urlauber unterwegs. Um einen ruhigen Platz zu finden fuhren wir an der Costa del Sud entlang. Auf einem Felsvorsprung, zwischen Porto Budello und dem kleinen Fischerhafen Porto Tramatzu, stellten wir den Unimog ab. Am folgenden Morgen verlagerten wir zum Capo Malfatano, einem der südlichsten Punkte Sardiniens, und schlugen unser Lager direkt am Strand auf. Nur 10 Meter entfernt lag das türkis und blau schimmernde Meer vor uns. Wir genossen den herrlichen Tag am Meer. Nachmittags entdeckte uns ein einheimischer Allradliebhaber. Nach ausgiebiger Inspektion des Unimogs zeigte er uns die besten Offroadstrecken und schönsten Stellen der Insel auf einer Landkarte. Eine kleine geschichtliche Einweisung auf sardisch folgte. Benny baute eine Feuerstelle an der wir abends einen traumhaften Mondaufgang beobachteten. Blutrot ging der Vollmond über den Bergspitzen auf und verzauberte die Lagerfeuerstimmung.

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Leider hat uns die Corpo Forestrale, die sardesische Waldpolizei, nach einiger Zeit vertrieben. Wir hätten 250€ Strafe zahlen sollen, weil wir im Sand standen, aber da unser Italienisch ja so schlecht ist, haben wir das natürlich nicht verstanden. Letztendlich blieb es auf Englisch bei der Aufforderung den Strand zu verlassen. Mit der Erlaubnis ein Foto vom Unimog zu schießen sind sie schließlich zufrieden von dannen gezogen.

Zeitgleich erhielten wir von den Münchner eine Einladung zur Wanderung am Monte Cresia. Also sind wir nach Brucei gefahren und haben direkt vor der Caserna Forestrale Campuomo übernachtet. Dagegen hatte die Waldpolizei wiederrum nichts. Nach unserem Wandertag durch die herrliche Natur, haben wir am Abend, nach einer nervenaufreibenden Fahrt durch die sehr engen Häusergassen des Bergdorfes Brucei, auf einem kleinen Hügel am Rande des Dorfes unser Nachtlager aufgeschlagen. Nach einer kühlen, windigen Nacht erhielten wir Besuch von einem recht alten, einheimischen Ziegenhirten, der unser Deutsch-Italienisch Wörterbuch für sich entdeckte. Ca. 1 Stunde ließ er uns daraus vorlesen und hat sich köstlich amüsiert. Nach einer Dorferkundung und ein paar getätigten Einkäufen, trennten sich unsere Wege wieder nach einem gemeinsamen Mittagessen. Wir kurvten uns wieder bergab in den Süden der Insel.

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