Verschiffung Nordamerika

„Und ab geht’s nach Nordamerika!“

Nun ja, ganz so einfach funktioniert es dann doch nicht. Wie so viele von euch, haben auch wir das leidige Thema „Fahrzeugalter“ unseres Unimogs 1300L (Baujahr 1984), und somit das Problem eine KFZ-Versicherung für Nordamerika zu bekommen. Da sich dieses Thema ständig ändert, können wir nur Aussagen zum Stand November/Dezember 2017 treffen.

Keine Kfz-Versicherung für Nordamerika – keine Reise nach Nordamerika!

Im heutigen Zeitalter wird jedes Problem im Internet diskutiert, so stoßen wir auf die Firma Seabridge und rufen dort an, da auf deren Website steht, man solle sich im Falle „Wohnmobil älter als 20 Jahre“ an sie wenden.

Tatsächlich besteht die Möglichkeit einer Kfz-Versicherung für Nordamerika. Es gibt nur einen kleinen, aber entscheidenden Haken: Der Wohnmobilaufbau/-umbau muss jünger als das Fahrzeug (20-25 Jahre) sein oder das Fahrzeug wurde erst später als So.KFZ Wohnmobil in den Fahrzeugpapieren umgeschlüsselt. Unter diesen Voraussetzungen erkennt die nordamerikanische Versicherungsgesellschaft möglicherweise das Aufbau-/ Umbaujahr als Fahrzeugalter (Baujahr) an.

Beispiel: Unser Kabinenaufbau ist von Ormocar aus dem Jahr 2003. Wir haben von der Firma Ormocar ein Bestätigungsschreiben über den Umbau des Unimog zum Wohnmobil in 2003 erhalten. Mit diesem Schreiben und der Originalrechnung des Kabinenbaus, sowie Bilder über den Zustand des Fahrzeugs (innen und außen), wandten wir uns über Seabridge an die Versicherung. Dies wurde anerkannt und wir schlossen eine KFZ-Versicherung für Nordamerika (USA und Kanada) für 12 Monate ab und erhielten die Police. Die Versicherung lässt sich leider nur für 6 oder 12 Monate abschließen. Ungenutzte Zeiträume werden nicht erstattet.

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Welche Versicherungsgesellschaft versichert?

Zurzeit versichert allem Anschein nach nur eine einzige Versicherungsgesellschaft Wohnmobile über 25 Jahren. Dies ist die Thum Insurance, mit dieser Seabride und auch Frau Alessie aus den Niederlanden zusammen arbeitet. Preislich besteht kein Unterschied, nach deren Auskunft. Allerdings sollten unterschiedliche Anfragen über beide Agenten, was die Versicherungssumme angeht, vermieden werden. Dies könnte zu einen Versicherungsausschluss seitens Thum Insurance führen.

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Verschiffung von Hamburg nach Halifax

Das Fahrzeug zu verschiffen kann auf unterschiedliche Weise geschehen. Entweder RoRo (Roll On – Roll Off): das Fahrzeug wird an Bord des Schiffen gefahren und im Zielhafen wieder runter. Oder eine Frachtschiffsreise, bei der man mit seinem Fahrzeug gemeinsam die Reise auf dem Frachtschiff antritt. Die Frachtschiffsreise hat den Vorteil, dass du selbst dein Fahrzeug an Bord fährst und wieder runter. Allerdings verschenkt die Rederei solch eine Reise nicht und die Kosten schnellen bei zwei Personen ziemlich nach oben. Natürlich kann auch nur der Fahrzeughalter mit fahren und der andere per Flugzeug hinterher.

Wir entschieden uns für die RoRo-Verschiffung nach Halifax (Kanada), da es eine sichere Route ist und keine Häfen in Afrika angefahren werden, wie bei der Verschiffung nach Südamerika.

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Seabridge ist eine sehr erfahrene Verschiffungs-Agentur, was man auch an den Bewertungen im Internet erkennt. Viele Fragen klären sich im Vorfeld per Telefon. Die Anfrage nach freien Verschiffungsplätzen stellten wir ebenfalls telefonisch. In der Nebensaison sind die Schiffe nicht so voll und es gab einige freie Termine innerhalb der nächsten vier Wochen. Umgehend kam eine Vorabkalkulation der Verschiffung für unser Fahrzeug und die Unterlagen für die Anfrage einer Kfz-Versicherung für Nordamerika, sowie Buchungsunterlagen zur Verschiffung per Email.

Sobald die Kfz-Versicherungspolice eintraf, buchten wir die Schiffspassage für den Unimog. Der komplette Buchungsverlauf lief sehr unkompliziert per Email ab. Im Anschluss an die Buchung sandte Seabridge uns ein umfangreiches Infopaket mit allen Details zur Verschiffung, Fahrzeugablieferung in Hamburg und –abholung in Halifax, erste Adressen in Halifax, sowie Anweisungen zum Wohnmobil seeklar machen.

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Bereits einige Tage vor der Verschiffung konnte der Unimog von uns nach Hamburg zum O’Swaldkai gebracht und kostenfrei abgestellt werden. Die Fahrzeugschlüssel mussten wir abgeben, aber den Schlüssel der abschließbaren Wohnkabine nicht! Der Unimog wurde an Bord gebracht und nach Ablegen des Schiffes übersandte Seabridge die Rechnung der Rederei per Email, die per Überweisung zu zahlen war. Danach kam das Data Freight Receipt auch per Email. Dieser Frachtbrief ist wichtig für die Fahrzeugabholung im Bestimmungsland.

Kurz vor Ankunft des Unimogs (Überwachung per Internet möglich), kontaktierten wir den Spediteur in Halifax per Email und vereinbarten einen Termin, um die Papiere für den kanadischen Zoll abzuholen.

Beim Zoll waren wir nach zehn Minuten wieder draußen. Und ähnlich schnell lief es am Hafen ab, bis wir den Unimog in Empfang nehmen konnten. Auf dem Parkplatz vor dem Hafen verluden wir unseren persönlichen Inhalt aus dem Mietwagen in den Unimog.

Das Infopaket von Seabridge war recht gut, nur bezieht es sich mehr auf die Hauptreisezeit und nicht auf den Winter in Kanada. Alle Stationen waren zwar gut mit GPS-Daten und Lageplan beschrieben, brachten uns nur recht wenig, da vieles im Winter, wie die Kanadier es so schön nennen „CLOSED FOR SEASON“, einfach geschlossen ist.

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Wo haben wir aufgefüllt?

Unsere Gastanks (LPG-Tankflasche von Safefill) konnten wir bei RONA ohne Probleme füllen und zahlten ca. 9€. Die Frischwassertanks befüllten wir kostenlos in Halifax an einer Tankstelle (Canadian Tire).

Die Kanadier sind unheimlich freundlich und hilfsbereit. Egal welches Problem, man muss sie einfach nur fragen und sie zeigen den Weg, indem sie vorausfahren oder geben einen Tipp, wo man garantiert eine Antwort erhält.

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Und was kostet nun der Spaß?

Die Verschiffungskosten werden nach Volumen berechnet. Wir haben mal unser Angebot euch hier eingestellt:

Verschiffung Kanada Berechnung

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